Geschichte des VMC

Modellflug in Vreden
(Auszug aus 25 Jahre DJK VMC Grenzflieger)

So fing es wohl an

1940 ist das erste Jahr, in dem nach Aussage eines damaligen Schülers erstmalig in Vreden Flugmodellbau durchgeführt wurde.

In diesem Jahr wurden nämlich Lehrer von Schulen zu einem Modellbau-Lehrgang abkommandiert, um anschließend ihren Schülern den Bau eines Segelflugmodelles von Typ „Jungvolk“ beizubringen. Als nächstes wurde dann ein
Stabrumpf-Gleitflugmodell gebaut, welches für damalige Verhältnisse schon recht
gute Flugleistungen zeigte. Natürlich mussten die Schüler mit diesen Modellen
auch in den Schul-Vergleichskampf. Hierbei siegten dann zunächst die Stadt-Schüler, da sie für die Probeflüge und das erlernen der Hochstart-Technik
viel mehr Zeit gehabt hatten als die Schüler aus den Bauernschaften. Das ärgerte
Lehrer Nolte und mit ihm seinen Schüler Gerhard Wesseler aus Großemast jedoch
derart, dass man sich ganz was neues einfallen ließ, und zwar eine
Hochstart-Vorrichtung aus mehreren Nähgarnrollen, die die Zugeschwindigkeit nach
dem Flaschenzugprinzip wesentlich erhöhte. Mit dieser technischen Raffinesse
erflogen sich die Großemaster dann im nächsten Wettkampf die Spitzenplätze.

Mit dem Kriegsende und dem damit verhängten absoluten Flugverbot für alle Deutschen ruhte auch der Modellflug vorübergehend; schließlich hatte man auch genügend andere Sorgen in diesen Jahren.

So ging es weiter

Über den KJG-Diözesanverband wurden dann allerdings schon wieder im Jahre 1950 Mitglieder der KJG zu einem Flugmodellbau-Kurs auf die Jugendburg in Gemen eingeladen, obwohl bis 1955 eigentlich jeglicher Flugbetrieb durch die Besatzungsmächte untersagt war.
Dort begann dann unter der Leitung des Herrn Leifherm von der KJG Münster die 2. Ära des Modellflugsport in Vreden. Natürlich gab es zu dieser Zeit noch keine keine Funk-Fernsteuerungen und auch Modellflug-Motoren waren noch äußerst rar; der Modellflug beschränkte sich in erster Linie auf Freiflug-Segelflugmodelle, einem aerodynamisch hochinteressanten Gebiet.

Insgesamt war die Beschaffung von Modellbau-Material in dieser Zeit ein sehr
großes Problem. Man musste es sich oftmals von Münster mit dem Fahrrad holen, da nur dort ein entsprechendes Geschäft gab. In den 50er Jahren wurden sowieso noch fast alle Fahrten mit dem Fahrrad erledigt; und so war es auch
selbstverständlich, dass man Fahrten zu auswärtigen Wettbewerben wie z.B. in
Borkenberge oder Arnheim in der Gruppe mit 20 bis 30 Teilnehmern auf dem Fahrrad durchführte.


Allerdings standen den Modellfliegern  auch damals schon
immer gute Räumlichkeiten zur Verfügung: zunächst in der Cohausz-Villa im Butenwall, später im Keller der Norbertschule mit einem von der Schule gut ausgerüsteten Bastelkeller. Beim Stadt-Jubiläum im Jahre 1952 waren die Vredener Modellflieger im Köckelwicker Feld Ausrichter der Vorentscheidung für die Teilnahme an der Bundesmeisterschaft im Freiflug-Wettbewerb. Und als krönender Abschluß holte dann Theo Heming aus Vreden in jenem Jahr auf der Bundes-Meisterschaft im Freiflug-Segler-Wettbewerb mit dem Modell „Gemen 2“ nach Vreden. Aber auch Heinz Schweitzer (┼) war immer ganz vorn dabei. 1954 wurde er beim Freiflug-Wettbewerb in Epe Münsterland-Meister mit dem Modell „Gemen 2“ und belegte den 2.Platz beim Nurflügel-Wettbewerb, seine Spezialität. Heinrich Nünning belegte bei der Landes-Meisterschaft in Borkenberge den 3.Platz; sein Bruder Bernhard war ebenso aktiver Modellflieger.

Luftschrauben für Diesel-Motoren entstanden in 4 bis 5stündiger Arbeitszeit nach eigenen Plänen. Anton Hilboldt wagte sich an die
erste selbstgebaute Fernsteuerung, und auch sein Düsentriebwerk mit Flatterventil blieb nicht ungehört.

Im Juni 1957 veranstaltete die KJG unter der Führung von Heinz Schweitzer und H.Schröer einen Großflugtag mit Freiflugmodellen und Fesselfliegern im Köckelwicker Feld; als Präses der KJG unterstützte der vielen Vredenern nach sehr bekannte Kaplan Zellerhoff die Arbeit dieser Fliegergruppe.

Hans Georg Schepers war stolzer Besitzer einer Metz-Einkanal-Fernbedienung mit Gummi getriebenen Schaltstern, die vor fast jedem Flug noch neu abgeglichen werden musste.

Bemerkenswert war auch so kurz nach dem Krieg schon wieder die Zusammenarbeit mit Winterswijker Modellfliegern wie Jan Wanders und Jupp Greving.

Die Kontakte zu den Winterswijker Modellfliegern, die in diesem Jahr ihr 40jähriges Jubiläum feiern, sind auch im Jahre 1995 noch sehr gut, insbesondere auch zum Gründungsmitglied des „WLC“ und jahrelangem „Secretaris“ Hans Nijenhuis.


In den Jahren 1962/63 wurde unter Leitung von Dieter Gräbel (┼) im Jugendhaus an der Gasthausstraße nochmals ein Freiflugsegler-Kursus mit einem Modell der Wettbewerbsklasse „A2“ durchgeführt, jedoch ohne sehr große Resonanz. Von 1963 bis 1969 war es dann wieder etwas ruhiger um den Modellflugsport in Vreden. Allerdings trafen sich immer wieder einzelne Modellflieger aus Vreden und Umgebung zum gemütlichen Fliegen und zwar ab 1967 verstärkt auf dem neuen Flugplatz in Stadtlohn-Wenningfeld. Dort hatte man ausreichend Platz, um die gegen Ende der 60er Jahre immer größer und schneller werdenden Motorsegler und Kunstflug-Modelle zu bestimmten Zeiten sicher in die Luft und wieder auf den Boden zu bringen.

Ab 1967 lösten die Proportional-Fernsteuerungen die „Tipp-Anlagen“ allmählich ab und ermöglichten damit erstmals ein „richtiges“
Fliegen.

Und so entstand der VMC

Da aber durch den im Jahre 1970 in Stadtlohn-Wenningfeld einsetzenden Schulbetrieb mit Motorflugzeugen für den Modellflugsport kaum noch Möglichkeiten vorhanden waren, begann mit der Gründung des „VMC Grenzflieger“
e.V. am 13.Juni 1970 die 3.Ära des Modellflugsportes in Vreden. Die Vereinsgründung erfolgte auf Initiative von Bernhard Banken, der zwar weniger
sein fliegerisches Potential als vielmehr sein organisatorisches Talent einbrachte und Alois Wesseler, der Anfang 1970 seine Modellfluglehrer-Ausbildung
beim Deutschen Aero Club abgeschlossen hatte, und sowohl hierdurch als auch durch seine mehrjährige Wochenend-Flugleiter-Tätigkeit auf dem Flugplatz Wenningfeld über Spezial-Kenntnisse aus dem Luftfahrtrecht

und der Luftfahrt Gesetzgebung verfügte. Die Gründungsmitglieder kamen zum einen aus der Fluggruppe Wenningfeld mit den Familien Schoppmann, Träger, renger, außerdem Walter Terhalle und Alois Wesseler und zeitweilig Hans-Peter Helfenstein
und Georg Kremer zum anderen mit den Brüdern Gerhard und Günter Scheithauer,
Norbert Ruhoff, Franz-Josef Gewering und Karl Bockwinkel aus einer Bastel-Gemeinschaft der Georgschule.

Seit dem Frühjahr 1970 waren Bernhard Banken und Alois Wesseler rund um Vreden immer wieder unterwegs auf der Suche nach einem geeigneten Gelände für den noch zu gründenden Modellflugverein.
Einerseits sollte er in Stadtnähe liegen, um den jugendlichen Mitgliedern eine
schnelle Anfahrt mit dem Fahrrad zu möglichen, andererseits sollte er wegen der
Geräuschentwicklung bei Modellflugmodellen einen gewissen Abstand zu
Wahngebieten haben. Das Fluggelände sollte weiträumig frei sein von Bäumen, ebenso sollten weder Stromleitungen noch Telefonleitungen den Flugbetrieb behindern. Und dann mußte jemand gefunden werden, der bereit war, solch eine Wiese zu einem akzeptablen Preis an den jungen Verein zu verpachten. Diese Vorraussetzen waren Anfang 1970 gegeben, außerdem hatte Alois Wesseler die Vereinssatzung fertig und so trafen sich nachfolfende Personen am 13. Juni zur Gründungsveranstaltung in der Gaststätte Terrahe-Drögemöller:


Bernhard Banken
Franz-Josef Gewering
Manfred Kondring
Georg Kremer (musste kurzfristig absagen)
Wolfgang Renger
Bernhard Schoppmann
Michael Schoppmann
Walter Terhalle
Günter Träger
Alois Wesseler
Heinrich Wolfering jun.

Einigen Jugendlichen wurde die Teilnahme an dieser abendlichen Veranstaltung leider von den Eltern verwehrt und so konnten sie erst in den nachfolgenden Tagen als Mitglieder aufgenommen werden.

Über die Namensgebung herrschte am Gründungstag noch etwas Unklarheit, dieser wurde dann auf der nächsten außerordentlichen Generalversammlung vier Wochen später beschlossen.

VMC Grenzflieger

Die Abkürzung „VMC“ hat eine doppelte Bedeutung und steht einmal für einen in der Zivilluftfahrt gebräuchlichen Begriff, der Flugbetrieb nach Sichtwetterbedingungen (Visual Meterorological Condiditions zulässt, insbesondere aber für:

Vredener-Modellflug-Club

Der Verein wurde umgehend in das Vereinsregister eingetragen und erhielt
damit den Zusatz „e.V.“.

Der VMC wächst


Aus den 12 Gründungs-Mitgliedern entwickelte sich der junge Verein noch im Gründungsjahr zu 45 Mitgliedern. Mitte der 70er Jahre hatte man etwa 100
Mitglieder und steigerte sich bis zum Anfang der 80er Jahre auf 120 bis 130
Mitglieder. Dieser Mitgliederstand, der allerdings auch viele fördernde
Mitglieder beinhaltet, konnte erfreulicherweise dank intensiver Jugendarbeit bis
jetzt gehalten werden.

Viele helfende Hände gab es in den ersten Wochen am Flugplatz: Die komplette Stacheldrahteinzäunung mußte entfernt werden, ein Rasenmäher mit Fahrantrieb mußte her, Parkplätze, Absperrungen und eine kleine Eternit-Hütte für den Mäher mußten eingerichtet werden und ein alter VW-Bulli von Firma Buss diente als Unterschlupf
bei einem Regenschauer.

Schon drei Monate nach der Vereinsgründung führte man am 13.September den ersten
Flugtag durch. Unterstützung und Beratung holte man sich unter anderem bei Leo
Bussmeyer vom Grevener Modellflugverein (auch Modellfluglehrer), der seinen
Vereinskollegen und Weltmeisterschafts-Teilnehmer im ferngesteuerten Kunstflug
Günter Metterhausen mitbrachte. Außerdem besorgte Leo Bussmeyer mit Wolfgang
Fischer aus Wolfsburg einen exzellenten Ansager.

Am Tag zuvor hatte man den ersten Freiflug-Wettbewerb „Der kleine Uhu“ für
Jugendliche bis 15 Jahre durchgeführt und damit einen Akzent der
Vereinsmeisterschaft gesetzt. Dieser bundesweite Wettbewerb ist seitdem in jedem
Jahr in Vreden mit großer Beteiligung durchgeführt worden.

 

Ein zentrales Anliegen: Die Jugendarbeit im VMC


Diese Jugendarbeit war allerdings nur möglich mit der vorbildlichen Unterstützung durch die Organe der Stadt Vreden. Bastelräume konnten zunächst im Keller der ehemaligen Landwirtschaftsschule an der Oldenkotter Straße (heutiges Gebäude der Volkshochschule) eingerichtet werden,
ab 1975 im ehemaligen Katasteramt hinter dem Amtsgericht am Marktplatz und seit
1977 im Keller der Martin-Luther-Schule. Diese Bastelräume bieten zum einen den Vereinsmitgliedern die Möglichkeit zum Bau eines Flugmodelles, die die räumliche Möglichkeit zu Hause in einer kleinen Stadtwohnung nicht haben. Zum anderen erfährt man hier in der Gemeinschaft mit anderen Tips und Kniffe oder die Anfänger auch Grundlagen des Flugmodellbaues. Desweiteren wurden im Laufe der 25 Jahre über 20
Modellbaukurse mit Vereinsmitgliedern und im Rahmen des Ferienpasses auch Nicht-Mitglieder in diesen Räumen durchgeführt.

Nicht unerwähnt bleiben darf an dieser Stelle die Ausbildung, die die beiden
Vredener Hauptschulen mit ihren BastelAG´s den Jugendlichen bieten; namentlich darf hier wohl die Georgschule mit Herrn Frechen und die Walbertschule insbesondere mit Herrn Helfenstein als Förderer genannt werden. Flugmodelle, die dort gebaut wurden, konnten dann auf dem Modellflugplatz in Köckelwick eingeflogen und zum Wettbewerbseinsatz gebracht werden. Vom ersten Jahr seines
Bestehens an hat sich der VMC Jahr für Jahr an den bundesweit ausgetragenen
Jugend-Nachwuchs-Wettbewerben mit dem „Kleinen Uhu“ beteiligt, zeitweilig
mit über 30 Teilnehmern ; viele Vredener Schüler werden sich hieran gern
erinnern. Mehrfach nahmen junge Vredener Schüler – insbesondere auch von der
Walbert-Schule – an den Landes-Jugendmeisterschaften
des Deutschen Modellfliegerverbandes. Im 1993 errang dabei Dirk Wesseler den
Titel des Landesmeisters und qualifizierte sich somit für die Deutsche
Meisterschaft in Melsungen. Ein anderes wichtiges Konzept in der Jugendarbeit
ist die Unterstützung beim Ferienpass der Stadt Vreden. Vom Beginn dieser
Einrichtung an hat der VMC, sich mit Bastelkursen an mehreren Nachmittagen oder
mit anderen Maßnahmen hieran beteiligt.



Der Flugplatz

Was wäre ein Modellflugverein ohne einen geeigneten Flugplatz? Mit dem von Georg Kremer so getauften „Airport Köckelwick“ haben wir ein ideales Fluggelände erhalten, um das uns viele auswärtige Piloten Piloten, die zu den verschiedensten Wettweberben und Flugtagen zu uns gekommen sind, beneiden.

Das Modellfluggelände in Köckelwick musste zweimal gewechselt und mehrfach neu hergerichtet werden, obwohl es fast immer an der gleichen Stelle an der Alstätter Straße kurz vor dem Antoniusheim blieb. Das 1. Fluggelände konnte damals von Heinrich Leuker gepachtet werden. E war eine recht feuchte Wiese, und oftmals konnten wir nur
mit Gummistiefeln fliegen.

Von der Windrichtung her war es das ideale Fluggelände und viele neue Mitglieder konnten von dort aus in den Jahren 1970 bis 1974 ihre ersten Flugerfahrungen sammeln. Leider mussten wir dieses Gelände Ende 1974 räumen. Wegen der besonderen Eignung des Köckelwicker Feldes für den Modellflugbetrieb, stellte der VMC jedoch bereits Anfang 1973 einen Antrag an die Stadt Vreden, dort im Rahmen des Flurbereinigungs-Verfahren ein dauerhaftes Modellflug-Sportgelände auszuweisen. Diesen Wunsch stimmte der damalige Rat der Stadt Vreden und auch die Stadtverwaltung zu.

Übergangsweise mussten wir bis zu Neuzuweisung ab ein Fluggelände haben.

Dieses stellte uns dann im Rahmen eines Pachtvertrages Georg Roths (┼1982) ab November 1973 zur Verfügung. Über den anfänglichen Widerstand einiger Personen gegen einen Modellflugplatz im Köckelwicker Feld setzte sich Georg Roths hinweg., da er insbesondere unsere Jugendarbeit unterstützen wollte.

Mit der Neuzuweisung der Flächen im Rahmen des Flurbereinigungs-Verfahrens erhielten wir dann im Dezember 1978 das 3. Fluggelände. Die größte Veränderung hierbei war eigentlich die Zufahrt von der nördlichen Seite.

Im Mai 1974 wurde durch Werner Niehuis und Gerhard Scheithauer eine neue große Holzhütte geplant, die unter der damaligen dicken Eiche am 2.Flugplatz gebaut und im Oktober 1974 eingeweiht wurde; gebaut wurde sie im Sommer 1974 durch den Schreiner Jan Bruin.

Beim letzten Umzug nach der
Neuzuweisung musste im Frühjahr 1980 sogar diese große Holzhütte vorübergehend
auf Räder gesetzt werden, um an ihren neuen ca. 150 Meter entfernten Standort
gezogen werden zu können – eine waghalsige Aktion! Auch ein Transport mit einem Lasten-Hubschrauber der Bundeswehr wurde dabei überlegt.